Wie alle überlegenen Konstruktionen hat der ursprüngliche Kachelofen einen einfachen Aufbau.
Im Innern des keramischen Mantels speichert Schamotte, ein poröser, feuerfest gebrannter Ton, die Wärme. Die hervorragenden wärmetechnischen Vorzüge dieses Materials beruhen auf seinen physikalischen Eigenschaften: Es hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit und damit eine hohe Speicherkapazität. Beim Aufheizen eines solchen >Kachelgrundofens< wird neben der Hitze der Glut und des Feuers, auch die Abwärme der Rauchgase gespeichert. Über die im Innern gemauerten Züge strömen sie in den Kamin und geben dabei ihre Wärme an die Schamotte und die Kacheloberflächen ab. Durch diese optimale Umsetzung kann schon eine Stunde Aufheizzeit Wärme für einen ganzen Tag bedeuten. 
Das ideale Brennmaterial für einen Grundofen ist gut abgelagertes Holz. Ein solcher Holzbrand-Grundofen benötigt keinen Rost. Die isolierende Asche schicht sorgt für die beste Verbrennungstemperatur. Wenn das Brennmaterial bei offener Tür abgebrannt ist, wird die Tür luftdicht verriegelt und erst zum nächsten Anheizen wieder geöffnet.

Ist in Publikationen über Kachelöfen von der besonders gesunden Wärme die Rede, meint der Autor zumeist die Wärme des Kachelgrundofens. Die Gründe liegen dabei in den physikalischen Eigenschaften unseres Körpers. 45% unserer Wärme verlieren wir durch Abstrahlung, 55% durch Atmung, Verdunstung und Wärmeströmung: die Konvektion. Und genau in diesem Verhältnis erzeugt der Kachelgrundofen auf Grund seiner Bauart und Funktionsweise Wärme ohne die lästigen Begleiterscheinungen zu großer Trockenheit und der damit verbundenen Staubentwicklung. Er basiert in seiner Heizleistung und Wärmeabgabe auf den Werten, die nach übereinstimmender Meinung der Wohnungsmediziner als maßgeblich für die Gesundheit und das Wohlbefinden erachtet werden. Es ist also nicht überraschend, daß auch in unserer heutigen, modernen Zeit ein jahrhundertealtes Heizprinzip wie der Kachelofen ein Grundbedürfnis des Menschen ideal befriedigt. Die Sehnsucht nach wohltuender Wärme. Was nicht heißt, daß alte Prinzipien keine neuen Gesichter kennen. 

 

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